Wie man ein Vorstellungsgespräch beim Reeder erfolgreich besteht
Wie man ein Vorstellungsgespräch beim Reeder erfolgreich besteht
16. Oktober 2025
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Interview mit dem Reeder (1)
Wie man ein Vorstellungsgespräch mit einem Reeder richtig besteht Ein Vorstellungsgespräch mit einem Reeder ist nicht nur eine Formalität. Es ist der Moment, in dem ein Eindruck von Ihnen als Fachmann entsteht — und wie selbstbewusst und kompetent Sie sich präsentieren, bestimmt oft, ob Sie den Vertrag bekommen. Selbst mit ausgezeichneter Erfahrung und Dokumenten kann das Vorstellungsgespräch zum entscheidenden Faktor werden. Nachfolgend finden Sie eine detaillierte Anleitung, wie Sie sich vorbereiten, was Sie sagen und was Sie vermeiden sollten.
1. Die Vorbereitung beginnt im Voraus
Informieren Sie sich vor dem Gespräch immer über das Unternehmen: seinen Flottentyp, die Flagge, das Fahrtgebiet und das Feedback der Seeleute. Ein Reeder erwartet, dass ein Kandidat versteht, wo er sich bewirbt, und echtes Interesse zeigt. Zumindest sollten Sie den Schiffstyp kennen, für den Sie sich bewerben, seine Besonderheiten (z.B. Containerschiff, Tanker, Massengutfrachter) und die für diese Flotte typischen Arbeitsbedingungen.
Bereiten Sie eine kurze, strukturierte Präsentation über sich selbst vor: Ihre Erfahrung, frühere Schiffe, Ränge, Schiffstypen und Vertragsdauer. Am besten können Sie dies klar auf Englisch vortragen — ohne lange Pausen oder unnötige Details.
2. Erscheinung und Verhalten
Der erste Eindruck bildet sich innerhalb von Sekunden. Auch wenn das Gespräch online stattfindet, bleiben Ihr Erscheinungsbild und Ihre Art entscheidend.
Ihre Kleidung sollte ordentlich und professionell sein. Ein weißes Hemd ist die beste Wahl — es symbolisiert Ordentlichkeit, Respekt und Seriosität.
Vermeiden Sie T-Shirts, Sportbekleidung oder einen unordentlichen Hintergrund, wenn das Gespräch per Videoanruf stattfindet.
Sitzen Sie aufrecht, lächeln Sie leicht und bleiben Sie offen, aber respektvoll.
Denken Sie daran: Für den Reeder ist ein Seemann das Gesicht des Unternehmens an Bord. Wenn Sie diszipliniert und selbstbewusst wirken, haben Sie bereits einen Vorteil.
3. Häufige Fragen und die richtigen Antworten
Typische Fragen, die Ihnen gestellt werden können:
Erzählen Sie uns von Ihrer Erfahrung.
Warum möchten Sie bei unserem Unternehmen arbeiten?
Hatten Sie jemals Konflikte an Bord, und wie haben Sie diese gelöst?
Wie handeln Sie unter Stress?
Was ist für Sie bei Teamarbeit am wichtigsten?
Halten Sie Ihre Antworten kurz, positiv und konkret. Zum Beispiel:
"Ich habe als Zweiter Ingenieur auf einem Containerschiff unter zypriotischer Flagge gearbeitet. Meine Hauptaufgaben umfassten die Wartung des Hauptmotors MAN B&W und der Hilfssysteme. Ich halte den Maschinenraum immer in gutem Zustand und sorge für reibungslose Kommunikation mit dem Leitenden Ingenieur."
Wenn nach Herausforderungen gefragt wird, vermeiden Sie Beschwerden — zeigen Sie Problemlösungsfähigkeit:
"Einmal hatten wir ein Problem mit dem Kraftstoffpumpendruck. Zusammen mit dem Leitenden Ingenieur analysierten wir die Ursache und beheben es innerhalb von zwei Stunden, ohne Verzögerung."
4. Englisch und Fachvokabular
Fast alle Vorstellungsgespräche werden auf Englisch geführt. Sie müssen nicht perfekt sprechen, aber Sie müssen maritime Terminologie kennen und in der Lage sein, Ihre Aufgaben klar zu beschreiben. Überprüfen Sie vor dem Gespräch wichtige Ausdrücke, wie:
"I'm responsible for…" (Ich bin verantwortlich für…)
"My main duties include…" (Meine Hauptaufgaben umfassen…)
"I ensure compliance with safety procedures…" (Ich stelle die Einhaltung von Sicherheitsverfahren sicher…)
"I have experience with cargo operations / navigation watch / engine maintenance…" (Ich habe Erfahrung mit Ladungsoperationen / Navigationswache / Motorwartung…)
Wenn Sie die Antwort nicht wissen, schweigen Sie nicht — antworten Sie ehrlich, aber selbstbewusst:
"Ich bin noch nicht auf diese Situation gestoßen, aber ich weiß, wie ich sie gemäß dem SMS des Unternehmens und den Sicherheitsverfahren handhaben würde."
5. Fragen des Seemanns
Am Ende des Gesprächs werden Sie oft eingeladen, Fragen zu stellen. Dies ist nicht nur eine Höflichkeit — es zeigt Ihr Interesse und Ihre Professionalität. Sie können fragen:
Welcher Schiffstyp und welche Handelsroute sind geplant?
Wie lange ist das Schiff unter dem Management des Unternehmens?
Gibt es Internetzugang und E-Learning an Bord?
Vermeiden Sie es, zu Beginn nach Gehalt oder Urlaub zu fragen — warten Sie, bis der Interviewer das Thema anspricht.
6. Was Sie nicht tun sollten
Kommen Sie nicht zu spät (bei Online-Gesprächen verbinden Sie sich 5 Minuten früher).
Unterbrechen Sie nicht und sprechen Sie nicht zu laut.
Verwenden Sie keinen Slang und beschweren Sie sich nicht über frühere Arbeitgeber.
Zeigen Sie keine Müdigkeit, Gereiztheit oder Unsicherheit.
Ein Vorstellungsgespräch ist ein Dialog zwischen zwei Fachleuten. Wenn Sie ruhig, höflich und selbstbewusst bleiben, sieht der Reeder Sie als zuverlässiges Besatzungsmitglied.
7. Nach dem Gespräch
Bedanken Sie sich am Ende höflich beim Interviewer:
"Vielen Dank für Ihre Zeit. Ich hoffe, bald Ihrer Flotte beizutreten."
Wenn das Gespräch über eine Crewing-Agentur arrangiert wurde, können Sie fragen, wann Sie mit Feedback oder dem Ergebnis rechnen können.
Fazit
Ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch für einen Seemann kombiniert professionelle Vorbereitung, Selbstvertrauen und Respekt. Reeder schätzen Kandidaten, die klar sprechen, ordentlich aussehen und ihren Job kennen. Vorbereitung bedeutet nicht nur, Ihr Englisch aufzufrischen, sondern auch die richtige Einstellung zu haben:
"Ich bin ein Fachmann, bereit, Verantwortung zu übernehmen."
Ein weißes Hemd, eine ruhige Stimme, klare Antworten und respektvolles Verhalten — das sind Ihre besten "Zertifikate" in den Augen eines Reeders.