Wann immer das Schiff für die Ladung von fertigen Stahlprodukten eingeplant ist, sollte der Kapitän immer das Büro bezüglich der Bestellung eines Gutachters kontaktieren.
Um den Zustand der Stahlladung zum Zeitpunkt des Ladens festzustellen und sicherzustellen, dass die Position des Reeders im Falle von Ansprüchen nach dem Löschen geschützt ist, sollte Folgendes besonders beachtet werden:
Lukendeckel und zugehörige Dichtungen, Pressstäbe usw. prüfen. Lüfter, Zugangsluken usw. prüfen. Sicherstellen, dass die Wasserdichtigkeit nicht beeinträchtigt ist.
Als Routinevorsichtsmaßnahme sind Silbernitrattests durchzuführen, insbesondere bei Stahl, der rostig und/oder nass erscheint, oder wenn der Gutachter einen Salzwasser- oder anderen Salzkontakt mit dem Stahl vor dem Versand vermutet.
HINWEIS: Es sollte in diesem Zusammenhang bedacht werden, dass Salz in Häfen mit kaltem Wetter oft zur Verhinderung von Vereisung verwendet wird und auf der Ladung landen kann. Wenn also ein Test im Löschhafen durchgeführt wird, kann dies den Eindruck erwecken, dass die Ladung auf See verunreinigt wurde. Salz kann auch aufgrund lokaler Industriegase in der Luft sein.
Der Gutachter sollte solche Fotos machen, die notwendig sind, um den Zustand der Ladung beim Laden bestmöglich zu dokumentieren, und zwei Sätze von Fotos seinem Bericht beifügen.
So weit wie möglich sollte der Kapitän bestrebt sein, die Kosten der Besichtigung auf ein Minimum zu beschränken und den Fortschritt des Gutachters überwachen, wobei er das Büro per Telex zu Beginn des Ladens über den allgemeinen Zustand der Ladung informiert und danach, wenn Probleme auftreten.
Aus den obigen Kommentaren wird deutlich, dass es wesentlich ist, die Matesquittung und die Konnossemente mit Bemerkungen zu versehen, die den Zustand des Stahls genau widerspiegeln. Diese Bemerkungen von Job at Sea sollten den offensichtlichen Rostzustand, das Vorhandensein von Chloriden und alle mechanischen Schäden korrekt dokumentieren.
Beim Laden, Stauen und Löschen dieser Ladung ist große Sorgfalt zu walten. Zusätzlich zu allen anderen üblichen Bemerkungen auf der Matesquittung sind alle positiven Reaktionen auf den Silbernitrattest wie folgt zu vermerken: „Chloridkontamination beim Laden vorhanden“.
Der bestellte Gutachter kann dem Kapitän bei der Klausulierung von Quittungen und Konnossementen behilflich sein. Es muss jedoch betont werden, dass die Bestellung eines Gutachters den Kapitän nicht von seinen Verantwortlichkeiten entbindet. Wenn die Verlader auf sauberen Konnossementen bestehen, sollten sie Coils in gutem Zustand präsentieren, die trocken und rostfrei sind.
Wenn alle oben genannten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, sollten ausreichende Beweise vorhanden sein, um dem Schiffseigner die Ablehnung von Ansprüchen für Handhabungs- und Süßwasserschäden zu ermöglichen. Es ist schwieriger, Behauptungen über Salzwasserschäden zurückzuweisen, wenn Chloride zum Zeitpunkt des Ladens nicht erkannt, aber beim Löschen beobachtet werden. Genaue Aufzeichnungen können dem Reeder jedoch erheblich helfen, Ansprüche abzugrenzen. Fotos spielen eine wichtige Rolle als Beweismittel. Kapitäne sollten einen guten Satz Fotos von allen Schäden sowohl im Lade- als auch im Löschhafen machen.
Zu beachtende und zu suchende Punkte sind:
.1 Fertigstahl, üblicherweise in Coils transportiert, ist eine häufige Ladung. Er muss mit Sorgfalt behandelt werden, um Schäden zu vermeiden. Solche Schäden treten häufig beim Laden oder Löschen auf, wenn die Seite des Coils gegen einen Gegenstand stößt, was dazu führt, dass die Blechkante geritzt oder gerissen wird. Beim Heben von Coils sollte die Verwendung von Ketten und Drähten vermieden werden. Nur Ausrüstung wie breite Seilschlingen und „C“-Haken sollte verwendet werden. Gabelstapler sollten mit runden Zinkenstäben ausgestattet sein.
.2 Vor dem Versand und nach der Lieferung können unverpackte Coils eine beträchtliche Zeit im Freien verbringen, den Auswirkungen von Regen und einer salzbeladenen Meeresatmosphäre ausgesetzt, was zu Rost führt.
.3 Seewasser hat eine verheerende Wirkung auf Stahlprodukte. Es ist daher von großer Wichtigkeit, dass der Kapitän sicherstellt, dass die Lukendeckel absolut wasserdicht sind und dass die Laderäume vor Ladebeginn gründlich mit Süßwasser ausgespült werden.
.4 Während der Seereise sollte die Ladung in einer möglichst trockenen Atmosphäre gehalten werden. Jede notwendige Belüftung, mechanisch oder natürlich, sollte im Decklogbuch oder Belüftungsaufzeichnungsbuch mit Luft- und Laderaumtemperaturen und Taupunkten aufgezeichnet werden. Wenn möglich, sollten die Oberflächentemperaturen der Stahlcoils aufgezeichnet und die Ladung gemäß psychrometrischen Werten belüftet werden.
Der Kapitän hat die ordnungsgemäße Handhabung und Sicherung dieser Ladung sicherzustellen und auf die zulässigen Belastungen der Tankdecken zu achten, um Überbeanspruchung und Ausbeulen der Platten zu vermeiden.
Stahlschrott
Diese Ladung staut in der Regel mit durchschnittlich etwa 50 Kubikfuß pro Long Ton und besteht aus Motorblöcken, geschreddertem Metall und manchmal sehr unhandlichen Metallstücken. In der Regel müssen zuerst Polsterschichten geladen werden, bevor das Schütten erlaubt ist.
Eine Gefahr dieser Art von Ladung ist die Oxidation, die den Sauerstoff im Laderaum verbraucht und eine offensichtliche Gefahr für das Personal darstellt. Das Betreten der Laderäume, die dieses Material enthalten, sollte nur bei geöffneten Hauptluken und nach ausreichender Belüftung erfolgen.
Für Gefahren von Stahl- und Eisenschrott siehe den IMO BC-Code.