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Probation Period of a Seemann: Meaning, Basis, and Limits

17. Oktober 2025
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Beschäftigungsbedingungen für Seeleute (21)

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Probezeit eines Seemanns: Bedeutung, Grundlage und Grenzen

Die Probezeit ist eines der am meisten diskutierten Themen in der Seefahrtsindustrie. Einige Reeder sehen sie als notwendige Maßnahme zur Beurteilung der Kompetenz; andere nutzen sie als Kontrollform. Seeleute nehmen sie oft als "Grauzone" wahr, in der man ohne Erklärung den Job verlieren kann.
Um zu verstehen, was rechtmäßig ist und was gegen internationale Standards verstößt, ist es wesentlich, die rechtliche Grundlage der Probezeit zu kennen und wie sie durch Übereinkommen und Tarifverträge geregelt wird.

1. Was ist eine Probezeit und warum wird sie eingeführt

Eine Probezeit ist die Zeit, während der ein Reeder die beruflichen Qualitäten eines Seemanns bewertet — Kompetenz, Disziplin, Verhalten und Teamfähigkeit.
Sie kann angewendet werden:

  • beim erstmaligen Eintritt in ein Unternehmen;

  • bei Beförderung in eine höhere Position (z.B. vom Zweiten Ingenieur zum Leitenden Ingenieur);

  • beim Wechsel zu einem neuen Schiffstyp oder einer neuen Flotte.

Anders als bei Landbeschäftigung arbeiten Schiffe unter internationalen Standards, die die Dauer und Bedingungen der Probezeit streng regeln.

2. Rechtlicher Rahmen: Was internationale Übereinkommen sagen

a) Seearbeitsübereinkommen (MLC 2006)

Das MLC verbietet die Probezeit nicht, legt aber strenge Schutzmaßnahmen fest.
Gemäß Regel 2.1 "Seearbeitsverträge" und Standard A2.1 (1–5):

"Eine Probezeit kann festgelegt werden, wenn dies durch nationale Gesetze oder Tarifverträge erlaubt ist; jedoch müssen alle Rechte des Seemanns — einschließlich Heuer, Heimschaffung und medizinischer Schutz — vollständig in Kraft bleiben."

Das bedeutet:

  • die Probezeit kann das Recht auf Bezahlung, Verpflegung, Unterkunft, medizinische Versorgung oder Heimschaffung nicht einschränken;

  • der Reeder muss einen vollständigen Seearbeitsvertrag (SEA) einschließlich der Probezeit ausstellen;

  • Nichtzahlung von Heuer oder Entlassung ohne rechtlichen Grund ist verboten.

b) ILO-Übereinkommen Nr. 179 und Resolution Nr. 186

Diese Dokumente stellen klar, dass die Probezeit nicht zur Umgehung von Arbeitsgarantien verwendet werden kann.
Sobald ein Seemann den Vertrag unterzeichnet und das Schiff betritt, gilt er als vollständiger Arbeitnehmer, nicht als "Kandidat auf Probe."

c) ITF/IBF-Vereinbarungen

Gewerkschaftsvereinbarungen (z.B. ITF-Standardvereinbarung, IBF-Tarifvertrag) legen fest:

  • maximale Probezeit — 3 Monate;

  • volles Gehalt muss gezahlt werden;

  • der Seemann hat das Recht auf Heimschaffung nach der Probezeit, wenn eine der Parteien die Beschäftigung nicht fortsetzen möchte.

Für einige Offizierspositionen kann eine 6-wöchige Beurteilungszeit unter Bewertung durch Kapitän und Superintendent gelten.

3. Wie die Probezeit formalisiert wird

Die Probezeit muss im Seearbeitsvertrag (SEA) klar angegeben werden, mit Angabe von:

  • Start- und Enddatum;

  • Bewertungskriterien (Disziplin, Kompetenz, Teamfähigkeit);

  • verantwortlichen Personen (Kapitän, Leitender Ingenieur, Vorgesetzter);

  • Verfahren zur Ergebnisbenachrichtigung.

Wenn der SEA diese Klausel nicht enthält, ist die Probezeit rechtlich ungültig. Eine mündliche Aussage wie "die ersten zwei Monate sind ein Test" hat keine rechtliche Geltung.

4. Rechte des Seemanns während der Probezeit

Auch während der Probezeit behalten Seeleute alle Rechte gemäß MLC 2006, einschließlich:

  • volles Gehalt;

  • medizinischer und sozialer Schutz;

  • sichere Arbeits- und Lebensbedingungen;

  • Recht auf Ruhe, Verpflegung und Heimschaffung;

  • Entschädigung bei Verletzung oder Krankheit;

  • Recht, Beschwerden beim Kapitän, Unternehmen, der ITF oder der Flaggenverwaltung einzureichen.

Die Probezeit kann nicht unbezahlt sein und befreit den Reeder nicht von Standardverpflichtungen.

5. Kündigung während der Probezeit

Gemäß MLC-Standard A2.1.5 können beide Parteien den Vertrag leichter kündigen, wenn die Probezeit im SEA enthalten ist.
Jedoch:

  • der Seemann muss eine 7-tägige Kündigungsfrist erhalten;

  • alle verdienten Gehälter müssen vollständig gezahlt werden;

  • der Reeder muss die Heimschaffung auf eigene Kosten arrangieren;

  • das Seefahrtsbuch muss angeben "Ausgeschifft – Ende der Probezeit", nicht "Entlassen".

Jede Entlassung "basierend auf Probezeitsergebnissen" ohne offizielle Dokumentation verstößt gegen MLC-Regel 2.1 und kann als unrechtmäßige Kündigung behandelt werden.

6. Reeder- und Flaggenstaatspraxis

Verschiedene Flaggen interpretieren die Probezeit unterschiedlich:

  • Liberia, Panama, Marshallinseln — erlauben bis zu 3 Monate mit voller Bezahlung;

  • Malta, Zypern, Singapur — verlangen schriftliche Benachrichtigung und Begründung;

  • Vereinigtes Königreich und Isle of Man — erkennen die Probezeit nur unter IBF/ITF-Vereinbarungen an;

  • Norwegen, Dänemark — wenden keine Probezeit an; Seeleute haben vom ersten Tag an volle Rechte.

7. Fazit

Die Probezeit auf See ist keine "Grauzone", sondern ein rechtlich definierter Teil des Arbeitsvertrags, geregelt durch MLC 2006, ITF/IBF-Vereinbarungen und Flaggenstaatsgesetze. Sie garantiert Seeleuten faire Bezahlung, rechtlichen Schutz und Würde — und hilft beiden Seiten, Transparenz und Professionalität auf See aufrechtzuerhalten.

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