Termination of Seeleute’ Employment: Verfahren, Rights, and Warnings
Termination of Seeleute’ Employment: Verfahren, Rights, and Warnings
21. Oktober 2025
4959
Beschäftigungsbedingungen für Seeleute (21)
Kündigung des Arbeitsverhältnisses von Seeleuten: Verfahren, Rechte und Verwarnungen
1. Allgemeine Grundsätze
Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses eines Seemanns wird streng geregelt durch:
Seearbeitsübereinkommen (MLC 2006) — Regel 2.1 Heuerverträge und Regel 2.5 Repatriierung;
ILO-Übereinkommen Nr. 180 (über Arbeitszeiten, Löhne und Besatzung von Schiffen);
und die entsprechenden Tarifverträge (CBAs), die von maritimen Gewerkschaften wie der ITF, AMOSUP und anderen genehmigt wurden.
Jede Kündigung muss schriftlich erfolgen, mit einem klaren Grund, einem Wirksamkeitsdatum und der vollständigen Begleichung aller fälligen Zahlungen und Repatriierungsansprüche.
2. Rechtliche Gründe für die Kündigung
Ein Heuervertrag kann in folgenden Fällen gekündigt werden:
Vertragsende — nach der Schiffsreise oder dem Besatzungswechsel.
Durch den Arbeitgeber, wenn:
das Schiff aufgelegt oder verkauft wird;
der Seemann Fehlverhalten begeht oder Pflichten vernachlässigt;
der Seemann für medizinisch dienstunfähig befunden wird.
Durch den Seemann, wenn:
medizinische oder dringende familiäre Gründe vorliegen (dokumentiert);
der Reeder Vertragsbedingungen verletzt (Nichtzahlung, schlechte Verpflegung, unsichere Bedingungen).
Einvernehmlich, von beiden Parteien unterschrieben und datiert.
Aufgrund höherer Gewalt, wie Schiffbruch, Krieg, Beschlagnahme oder Naturkatastrophe.
3. Kündigungsfristen und Dokumentation
Gemäß dem ITF Standard CBA (2024):
Seeleute müssen mindestens 7 Tage vor Vertragsende benachrichtigt werden, wenn das Schiff in Dienst bleibt.
Bei einer vom Unternehmen eingeleiteten Kündigung muss eine 14-tägige schriftliche Kündigungsfrist oder eine entsprechende Ersatzzahlung gewährt werden.
Eine disziplinarische Kündigung erfordert eine formelle Untersuchung, wobei dem Seemann die Möglichkeit gegeben wird, schriftlich Stellung zu nehmen.
4. Disziplinarmaßnahmen und schriftliche Verwarnungen
Gemäß den meisten CBAs und internen Unternehmensrichtlinien folgen Disziplinarmaßnahmen einem progressiven Verwarnungssystem:
Erste schriftliche Verwarnung Ausgestellt und im Offiziellen Logbuch vermerkt, von Kapitän und Seemann unterschrieben. Sie dient als Hinweis für ein erstes Vergehen — z.B. Verspätung zur Wache, Nichtbefolgen von Anweisungen oder geringfügiges Fehlverhalten.
Letzte schriftliche Verwarnung Ausgestellt bei wiederholtem Verstoß während desselben Vertragszeitraums. Nach der zweiten Verwarnung hat der Arbeitgeber das Recht, den Vertrag zu kündigen und den Seemann im nächsten geeigneten Hafen auszuschiffen, vorausgesetzt, dass ein schriftlicher Bericht und eine Disziplinarakte an die Crewing-Agentur und gegebenenfalls den ITF-Vertreter übermittelt werden.
In allen Fällen muss dem Seemann gestattet werden, eine schriftliche Erklärung einzureichen, und eine Kopie jeder Verwarnung wird der Personalakte beigefügt. Dieses zweistufige Verwarnungsverfahren gewährleistet Fairness und schützt beide Parteien gemäß MLC- und ITF-Standards.
5. Repatriierung und damit verbundene Kosten
Gemäß MLC Regel 2.5 muss der Reeder:
kostenlose Repatriierung in das Wohnsitzland oder den Anwerbeort bereitstellen;
alle Reise-, Verpflegungs- und Unterkunftskosten bis zur Ankunft zu Hause übernehmen;
alle Löhne, Urlaubsvergütung und vertraglichen Ansprüche bis zum Kündigungsdatum zahlen.
Wenn die Kündigung auf eigenen Wunsch des Seemanns ohne triftigen Grund erfolgt, können die Repatriierungskosten von der Endabrechnung abgezogen werden — wie in den meisten CBAs festgelegt.
6. Abschlusszahlungen und Ansprüche
Bei Kündigung muss der Reeder sicherstellen:
Gehalt bis zum Entlassungsdatum;
Urlaubsvergütung — Entschädigung für nicht genutzten Jahresurlaub;
Alle Zahlungen müssen von beiden Parteien auf dem Endabrechnungsblatt oder der Lohnabrechnung bestätigt werden.
7. Kündigung wegen Fehlverhaltens
In Fällen schweren Fehlverhaltens — wie Trunkenheit, Diebstahl, Gewalt oder Weigerung, rechtmäßige Befehle zu befolgen — kann der Vertrag sofort gekündigt werden. Der Kapitän oder das Unternehmen muss jedoch:
einen formellen Bericht erstellen und den Vorfall im Offiziellen Logbuch vermerken;
die Gewerkschaft oder den ITF-Inspektor benachrichtigen;
die sichere Repatriierung des Seemanns im nächsten Hafen sicherstellen;
alle verdienten Löhne bis zum Tag der Entlassung zahlen.
Eine sofortige Kündigung ohne Dokumentation oder Erklärung gilt als Verstoß gegen MLC-Standards.
8. Die Rolle der Gewerkschaften und der ITF
Maritime Gewerkschaften und die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) überwachen die Rechtmäßigkeit von Entlassungen und stellen die Einhaltung der CBAs sicher. In strittigen Fällen:
Hat der Seemann das Recht auf Berufung über einen ITF-Vertreter.
Muss das Unternehmen Kopien aller Disziplinarunterlagen und Beweise vorlegen.
Kann die ITF vorübergehend Besatzungswechsel oder Manning aussetzen, bis der Fall gelöst ist.
Gemäß Leitlinie B5.1.5 der MLC muss jedes Unternehmen ein formelles Beschwerdeverfahren führen, das allen Besatzungsmitgliedern zugänglich ist.
9. Moderne Trends
Von 2023 bis 2025 sind vorzeitige Kündigungen häufiger geworden aufgrund von:
Flottenreduzierungen und betrieblicher Digitalisierung;
kleineren Besatzungszahlen durch Schiffsautomatisierung;
erhöhten Sicherheitsrisiken und Beschränkungen in Hochrisikogebieten.
Moderne CBAs umfassen jetzt:
elektronische Kündigungsbenachrichtigungen,
digitale Repatriierungsdokumente,
und SEA-E-Record-Zahlungsverifizierung, die Transparenz und Rückverfolgbarkeit gewährleisten.
Fazit
Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses auf See ist ein rechtlich geregelter Prozess, der internationale Arbeitsnormen und Menschenrechte respektieren muss. Die Einhaltung der Bestimmungen von MLC 2006, ILO und CBA stellt sicher, dass jeder Seemann faire Behandlung, vollständige Bezahlung und sichere Rückkehr nach Hause erhält.
⚖️ Kernprinzip: Kein Seemann darf ohne triftigen Grund, ordnungsgemäße Dokumentation und die Möglichkeit zu schriftlichen Verwarnungen entlassen werden — zwei formelle Verwarnungen müssen der Ausschiffung vorausgehen, außer in Fällen groben Fehlverhaltens.